Hüftarthrose: Ursachen und Risikofaktoren

Was passiert bei einer Hüftarthrose?

Im Hüftgelenk sind Hüftkopf und Hüftpfanne mit einer glatten Knorpelschicht überzogen. Sie wirkt wie ein Puffer. Bei einer Hüftarthrose wird dieser Knorpel durch Abnutzung und oft mit zunehmenden Alter mit der Zeit dünner. Der Körper passt sich an die veränderte Belastung an:

  • Der Knochen unter dem Knorpel wird dichter und widerstandsfähiger (subchondrale Sklerose).
  • An den Gelenkrändern bilden sich knöcherne Anbauten (Osteophyten). Sie verteilen den Druck auf eine größere Fläche und stabilisieren das Gelenk. Sie können allerdings die Beweglichkeit einschränken.
  • Wo der Knorpel fehlt, entsteht oft eine glatte, harte Knochenoberfläche (Eburnisation).

Das Gelenk verändert sich also, bleibt aber belastbar.

Woher kommen die Schmerzen?

Die Schmerzen entstehen vor allem durch:

  • Entzündungen der Gelenkinnenhaut (Synovitis)
  • Reizungen der Gelenkkapsel sowie der Muskeln und Sehnen rund um die Hüfte
  • winzige Brüche im verdichteten Knochen direkt unter dem Knorpel (Mikrofrakturen)

Wie stark die Beschwerden sind, hängt nicht allein davon ab, wie viel Knorpel noch vorhanden ist. Manche Menschen mit deutlichen Veränderungen im Röntgenbild haben kaum Schmerzen. Viele Ursachen der Schmerzen lassen sich gut behandeln.

Warum Bewegung wichtig ist

Aus Sorge, das Gelenk weiter zu schädigen, vermeiden viele Betroffene Bewegung. Auf Dauer verschlechtert das die Situation jedoch: Die Muskulatur wird schwächer, das Gelenk steifer, und die Schmerzen nehmen häufig zu.

Regelmäßige Bewegung hingegen versorgt den Knorpel mit Nährstoffen, stärkt die Muskulatur rund um die Hüfte und erhält die Beweglichkeit. Gut geeignet sind gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen, Wassergymnastik oder Spazierengehen. Welche Bewegungsform im Einzelfall passt, lässt sich mit Ärzten oder Physiotherapeuten klären.

Risikofaktoren

Meist tragen mehrere Faktoren zur Entstehung einer Hüftarthrose bei. Dazu gehören:

  • zunehmendes Alter
  • familiäre Veranlagung
  • starkes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • angeborene Fehlstellungen oder Erkrankungen der Hüfte, etwa eine Hüftdysplasie
  • schwere körperliche Arbeit, zum Beispiel auf dem Bau
  • jahrelanges intensives Training in Sportarten mit starken Stoßbelastungen wie Fußball oder Handball
  • entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis
  • frühere Verletzungen der Hüfte, etwa Knochenbrüche im Bereich des Hüftgelenks oder ein ausgerenktes Hüftgelenk
  • ein sogenanntes Hüftimpingement: Knöcherne Vorsprünge führen dazu, dass Hüftkopf und Gelenkpfanne bei bestimmten Bewegungen aneinanderstoßen

Einige dieser Faktoren lassen sich beeinflussen, insbesondere das Körpergewicht und das Ausmaß an Bewegung im Alltag.